Gesundheit

 

Unsere Kooiker sind eine gesunde Rasse, trotzdem möchten wir Sie offen und ohne Vorbehalte über Erkrankungen aufklären. Alle Hunde mit denen im DCK gezüchtet wird durchlaufen die folgenden Untersuchungen. Sie dienen dazu gesunde Welpen zu züchten und ihnen einen bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen.

 

 

 

ENM (erbliche nekrotisierdende Myelopathie)

 

ENM ist eine Erkrankung, die im 1. Lebensjahr des Hundes auftreten kann.  Im Anfangsstadium treten Lahmheiten an den Hinterläufen auf, was darauf zurückzuführen ist, dass Strukturen im Rückenmark zerstört werden. Die Lahmheit wird zur Lähmung und breitet sich nach und nach immer weiter im Körper des Junghundes aus. ENM ist nicht heilbar und endet immer mit dem Tod des Tieres. ENM ist eine erbliche Erkrankung. Beide Elterntiere müssen das krankmachende Gen in sich tragen da es autosomal rezessiv vererbt wird. Seit einigen Jahren gibt es einen Gentest, der dafür sorgt, dass kein junger Kooiker mehr an dieser Erkrankung mehr sterben muss. Hierbei werden alle Elterntiere getestet, ob sie Träger dieses Gens sind.

 

 

Polymyositis  (die Texte wurden mit freundlicher Genehmigung von Claudia Jurasek veröffentlicht)

 

Polymyositis ist eine der Erbkrankheiten, die in der Rasse des Kooikerhondjes auftritt http://www.kooikerhondje.nl – dort unter „Gezondheit“).

Polymyositis ist eine Muskelerkrankung, die langsam progressiv verläuft. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich und abhängig von der Ausdehnung und Schwere des Muskelbefalls und der Organbeteiligung.

Betroffen sind Kooiker in relativ jungen Jahren, wobei hier Schluck- oder Essstörungen im Vordergrund stehen. Weiter sind Kooiker jüngeren bis mittleren Alters betroffen. Bei dieser Gruppe kommen mehr Probleme am Bewegungsapparat vor, auch kombiniert mit Schluckstörungen.

Die häufigsten Symptome sind Kraftverlust, insbesondere der rumpfnahen Muskulatur, Abgeschlagenheit und Laufschwäche bis zur Laufverweigerung. Die Hunde sind total erschöpft und wollen nicht mehr spielen, springen und spazieren gehen. Oftmals gehen sie mit einem gekrümmten Rücken oder steifem Gang.

Auch Schluckstörungen, vermehrter Speichelfluss, Erbrechen meist ohne die üblichen Pumpbewegungen und Geräusche und Fieber können auftreten. Erkrankte Kooiker haben sich z. B. mehr als üblich beim Trinken verschluckt und auch das Fressen, insbesondere hartes Futter und getrocknete Knabbereien verweigert.

Die genaue Ursache der Erkrankung ist noch unbekannt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem produziert Antikörper, die das eigene Körpergewebe angreifen. Als Folge tritt eine Verschmächtigung der Muskelfasern bis zum vollständigen Muskelschwund ein.

Wird die Krankheit nicht entdeckt, so verläuft sie tödlich. Wird die Krankheit anfänglich entdeckt, so besteht eine Aussicht auf Besserung durch eine Kortisonbehandlung und die Gabe von Immunsuppressiva. Allerdings ist zum heutigen Zeitpunkt eine Heilung noch nicht möglich.

Dr. Paul J. J. Mandigers von der Tiermedizinische Fakultät der Universität Utrecht hielt auf dem Symposium des niederländischen Kooikerhondjeclubs VHNK am 16.11.2012 u. a. einen Vortrag über Polymyositis. Inzwischen sind 60 Myositisfälle beim Kooiker bekannt und Dr. Mandigers bekommt regelmässig erkrankte Kooiker vorgestellt. Eine Geschlechtsdisposition fehlt, d. h. es betrifft sowohl Rüden als auch Hündinnen. Für nicht spezialisierte Tierärzte ist oftmals die Diagnose schwer zu erstellen. Zur Sicherung der Diagnose sind u. a. unbedingt eine Elektromyografie (Verfahren zur Messung der Reaktion der Muskeln auf Reize) und eine Muskelbiopsie (Entnahme von Muskelgewebe) am meist betroffenen Muskel erforderlich. Tritt auch Verschlucken auf so ist noch eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) notwendig. Vor der Gabe von Kortison muss die Diagnose Polymyositis gesichert sein, denn durch das Kortison werden ärztliche Untersuchungsergebnisse verfälscht! Dr. Mandigers hält Polymyositis beim Kooiker für eine rassespezifische Erkrankung, die häufig familiär bedingt und vererbbar ist. Wahrscheinlich für den Ausbruch der Polymyositis ist ein Trigger.

Die Universität Utrecht arbeitet mit einer finnischen Universität im Rahmen eines Forschungsprojekts zu Myositis zusammen. Außerdem sucht man danach, ob die Erkrankung mit dem Stoffwechsel zu tun hat und, ob es wirklich eine Autoimmunerkrankung ist. Die Krankheit tritt in jüngster Zeit mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf und ist sehr anstrengend für den Hund und den Besitzer. Deshalb ist es wichtig, der Universität Utrecht von erkrankten Kooikern eine Blutprobe für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen.

                                                                                  Claudia Jurasek (Stand Dezember 2012)

 

 

Die ersten an Polymyositis erkrankten Kooiker entdeckte man 1992. Bereits 1995 erschien der wissenschaftliche Artikel „Polymyositis bij het Nederlandse Kooikerhondje“ von Drs. Y. M. Kruger, Drs. P. J. J. Mandigers und Dr. J. J. Nes (Utrecht: Department of Clinical Sciences of Companion Animals, 1995). Doch erst ab 2001 wird beim Kooiker die Krankheit unter dem Namen Polymyositis geführt. Vorher gab es verschiedene Bezeichnungen und Umschreibungen der Krankheit wie z. B. Schluckstörungen und Muskelschwäche.

 

Die Erkrankung tritt regelmäßig in der Rasse auf. In den Niederlanden sind bis heute 85 Fälle bekannt. 2012 betraf Polymyositis ca. ein Prozent der Rasse, bis heute liegt die Häufigkeit bei ca. 1,75 Prozent. Für einen Tierarzt ist Polymyositis schwer zu diagnostizieren, da es viele vage Symptome gibt. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen der Krankheit zu kennen. Die Symptome der Krankheit können wie folgt zusammengefasst werden:

 

·         Reduzierte Energie

·         Muskelschwäche

·         Schluckbeschwerden

·         Speichelfluss

·         Probleme in der Fortbewegung.

 

Die Beschreibung von weiteren Symptomen kann man der Website des VHNK entnehmen (http://www.kooikerhondje.nl/ras/gezondheid/). Hier verweise ich auch auf meinen Bericht im Clubmagazin Dezember 2012.

 

Polymyositis ist eine Autoimmunerkrankung. Es handelt sich um eine chronische Muskelentzündung, die betroffene Muskelgruppen schwächt. Die Krankheit verläuft progressiv mit schlechter Prognose. Es existieren beim Kooiker zwei Arten von Polymyositis. Einerseits erkranken relativ junge Hunde an Schluckproblemen. Andererseits erkranken junge Kooiker bis hin zu einem Alter von 7 bis 8 Jahren an Fortbewegungsproblemen. Manchmal tritt auch eine Kombination von beiden Typen der Polymyositis auf.

 

Das Polymyositis-Forschungsprojekt wurde 2011 von Dr. Paul Mandigers als Initiator ins Leben gerufen. Das Projekt läuft in Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Saskia J. Bowrin und dem VHNK. Im Rahmen des Projekts werden alle Fälle gesammelt und im Detail beschrieben. Saskia Bowrin ist mit dieser Arbeit fast fertig. Seit April 2014 sammelt Dr. Mandigers Blutproben von gesunden Kooikern. Für das Projekt sind 200 Blutproben erforderlich.

                                                                       Claudia Jurasek (Stand Dezember 2014)

 

 

vWD (von Willebrand Disease)

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Blutgerinnungsstörung. Sie resultiert aus einem defekten oder sogar fehlenden von Willebrand Faktor (vWF) im Blut. Der vWF ist ein Faktor der Blutgerinnung. Fehlt er, oder ist er defekt, bluten betroffene Tiere bei Verletzungen, Operationen sehr lange nach oder verbluten sogar.

vWD Typ 3 ist die schwerste Form der Krankheit. Hierbei fehlt dem betroffenen Tier der komplette vWF im Blutplasma. Die Erkrankung wird autosomal rezessiv vererbt.

vWD Typ 3 wird durch einen Gentest vor dem Zuchteinsatz des Hundes geprüft.

Dank des Gentestes sind heute keine Fälle von vWD mehr bekannt.

 

Patellaluxation

Patellaluxation ist eine Kniegelenkserkrankung bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung springt (Luxation). Die Patellaluxation macht sich durch Schmerzen und daraus resultierenden Lahmheiten bemerkbar. Besonders betroffen sind kleinere Hunderassen. Die Patellaluxation wird in 4 verschiedenen Schweregraden eingeteilt:

 

Patellaluxation Grad 0

Die Kniescheibe lässt sich nicht aus ihrer Gleitrinne schieben.

 

Patellaluxarion Grad 1

Grad 1 liegt vor, wenn die Kniescheibe vorübergehend aus der Gleitrinne geschoben werden kann. Sie springt jedoch problemlos wieder zurück. Dies ist wenig belastend und bedarf normalerweise keiner Operation.

 

Patellaluxation Grad 2

Hier kommt es zu häufigen Verrenkungen der Kniescheibe. Teilweise springt die Kniescheibe selbständig in ihre Ausgangsposition zurück. Manchmal bedarf es aber einer direkten Bewegung oder eines manuellen Drucks, damit die Kniescheibe wieder an ihren Ausgangspunk zurückgleitet. Man kann diesem Schweregrad gut mit geeigneten Nahrungsergänzungsmitteln entgegentreten. Manchmal reicht dies aber nicht aus und eine Operation wird unumgänglich.

 

Patellaluxation Grad 3

Hier ist die Kniescheibe andauernd verrenkt. Das  erkrankte Bein eines an Patella Grad 3 erkrankten Hundes lässt sich nicht mehr strecken. Manuell lässt sich die Patella wieder an ihre korrekte Position bewegen. Sie springt aber schnell wieder heraus. Abhilfe bei diesem Schweregrad ist oft nur durch eine Operation möglich.

 

Patellaluxaton Grad 4

Die Kniescheibe befindet sich ständig außerhalb der normalen Position in der Gleitrinne und lässt sich auch manuell nicht einrenken. Eine Operation ist in jedem Fall angebracht um dem betroffenen Tier wieder ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen.

 

Jedes Zuchttier im DCK wird vor dem Zuchteinsatz auf Patellaluxation untersucht.

 

Augen

Die Augen werden von einem dem Dortmunder Kreis (DOK) angeschlossenen Tieraugenarzt untersucht. Der DOK ist ein Verein, dem Tieraugenärzte angehören, die auf Augenerkrankungen beim Hund spezialisiert sind. Besonderes Augenmerk wird bei der Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen wie z.B. Katarakt (Grauer Star) gelegt.

 

DNA-Untersuchung

Um eine Zuchtzulassung zu erhalten, müssen sich alle Kooikerhondje beim DCK einer DNA-Untersuchung unterziehen. Im Rahmen dieser Untersuchung wird beim Tierarzt Blut abgenommen und an die Universitätsklinik nach Utrecht (Niederlande) gesendet. Dort wird das Blut auf die Erbkrankheiten ENM und vWD untersucht.

 

Gebiss

Der Tierarzt untersucht das Gebiss des Hundes und trägt den Befund in eine Dafür vorgesehene Zahnkarte ein. Hierbei werden Zahn- und Kieferfehlstellungen und fehlende Zähne dokumentiert.