Der Entenkooi

 

Früher und noch heute leistet das Kooikerhondje vortreffliche Arbeit im Entenkooi. Das ist eine Fangvorrichtung für Wasserwild. Durchschnittlich sind solche Entenkoois ca. 2 Hektar groß. Ein in der Mitte befindlicher Teich ist von Bäumen und Büschen umgeben. Hier finden Wasservögel im kalten Winter genug Schutz und im Sommer Brutmöglichkeiten. In den Niederlanden sind noch ca. 100 Entenkoois in Betrieb.


Meist dienen sie allerdings wissenschaftlichen Untersuchungen  und nicht mehr wie früher der Absicht, die Enten für den Speiseplan zu fangen.

 

Vom Kooiplas, so wird der Teich im Entenkooi genannt, führen Seitenarme in verschiedene Richtungen landeinwärts. Die drei bis fünf Meter breiten Wassergräben sind entlang dem Ufer mit Schilfrohrmatten und an der Oberseite mit einem Drahtgeflecht und diversen Naturmaterialien verschlossen. Die  so entstandenen Fangröhren werden immer schmaler bis am Ende eine kleine Holzkiste steht. Das Ende des Drahtgeflechts ist so ausgedünnt, dass Licht durchfallen kann. Durch diesen Lichteinfall entsteht für die Enten der Eindruck hindurch fliegen zu können. Die Aufgabe des Kooikerhondjes ist es die neugierigen Enten immer tiefer in die enger werdenden Kanäle zu locken. Hierzu verschwindet es immer wieder mit seiner fröhlich, aufrecht getragenen Rute hinter den am Ufer angebrachten Schilfmatten um immer wieder an anderer Stelle aufzutauchen. Die neugierigen Enten folgen dem Hondje. Am Ende sind sie im Fangarm durch das Drahtgeflecht gefangen und landen in einer eigens dafür bereitstehenden Holzkiste aus der der Kooibaas, so nennt man den Entenkooi-Pächter, die Tiere nur noch entnehmen muss.  Jahrhunderte arbeiteten Mensch und Hund auf diese Weise zusammen. Das Kooikerhondje durfte  nicht laut oder hektisch sein, sonst hätte es die Enten vertrieben. Eine weitere Aufgabe des Kooikerhondjes bestand darin, den Entenkooi von Ratten und Mäusen freizuhalten. Vor allem aber ist das Kooikerhondje ein Entenanlockhund. Sein Jagdtrieb ist bei entsprechendem Training recht gut in den Griff zu bekommen.

 

Quelle: „Das Kooikerhondje“ von Monika Dassinger